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Ein ehemaliger Grundschullehrer fährt mit einer umgebauten Dreirad-Vespa Bücher zu Kindern. Anfangs belächelt, kann er sich nun vor Arbeit kaum retten. Eine Sorge treibt ihn dabei an.

Vier Jahrzehnte lang war Antonio La Cava, der Bauernsohn, Grundschullehrer. Aber schon damals, in seiner Gemeinde Ferrandina bei Matera, stand ihm der Sinn danach, die Schule zu den Kindern zu bringen – und nicht die Kinder jeden Morgen in die Schule zu zerren. Also begann er mit einem Projekt, das bis heute einzigartig ist in Italien. Antonio La Cava, inzwischen 69 Jahre alt, hat einen volkspädagogischen Ansatz auf die Beine gestellt – oder besser: auf die Räder. Mehr als 80 000 Kilometer hat er schon mit seiner dreirädrigen Moped-Bibliothek zurückgelegt, um Kinder in den kleinsten Orten der süditalienischen Region Basilikata mit Büchern zu versorgen.

Damals, 1999, montierte La Cava einen Bücherschrank mit zwei offenen Seiten auf eine alte blaue „Biene 500“, ein Dreirad-Moped. Dann setzte der Maestro ein „Schieferdach“ und einen Schornstein darauf, um der Kinderbibliothek das Aussehen eines Häuschens zu geben. Mit dem „Bibliomotocarro“ machte er sich sodann auf den Weg. „Es geht mir um die Einsamkeit der Kinder, die zu viel Zeit vor dem Computer verbringen und dabei mit der ganzen Welt vernetzt sind, aber nicht mehr mit ihrem Bruder oder den Eltern.“ Um die Kinder aus ihrer Isolation herauszuholen, besucht er sie, wie ein älterer Bruder, der mit ihnen sprechen will.

„Ich darf etwas anderes machen als Lehrer und Eltern. Ich kann mit den Kindern über ihre schlechten Erfahrungen sprechen und zeigen, wie man ihnen entkommt, etwa mit einem Buch“, sagt der alte Schulmeister. „Ich möchte, dass die Kinder spannende, aber gute Bücher lesen. Qualität ist in einer Zeit, in der wir nur noch wenig schreiben und unseren Gefühlen kaum mehr angemessen Ausdruck verleihen können, besonders wichtig.“So sucht Antonio La Cava nach guten Kinderbüchern aus Italien und aller Welt, und er bittet italienische Autoren darum, etwas für die junge Generation zu verfassen. „Letztlich möchte ich, dass die Kinder wieder richtig schreiben und formulieren lernen – und daran auch noch Freude haben.“ Besonders schön findet La Cava die mit der Hand geschriebenen Bücher, in denen junge Leute ihre Erlebnisse festhalten. Diese Notizen trägt er mit seinem Bibliomotocarro weiter. „Da gibt es Texte von Kindern aus aller Welt, die gehen von Hand zu Hand und erreichen mit mir einen einsamen Ort, wo sie dann von meinen kleinen Autoren fortgeschrieben werden und wieder auf die Reise gehen.“

In der Bibliothek führt La Cava jedes Mal 700 Bücher zur Ausleihe mit sich; 450 von ihnen leiht er in der Regel bei einer Reise aus. Zu Hause hat er noch einmal so viele Bücher. Am Anfang habe man ihm gesagt, die Zeit der Bücher sei vorbei, sagt der Maestro. Mittlerweile kann er sich vor Anfragen kaum retten. Er erinnert sich daran, wie er einst selbst zu lesen begann. An den Winterabenden sei er, wenn die Mutter das Licht löschte, beim Schein einer Kerze in die Bücherwelt eingetaucht. Dieses Glück will er den Kindern schenken und arbeitet dabei auch gegen seine Sorgen an: „Ich habe Angst, in einem Land alt zu werden, in dem niemand mehr liest.“

Jörg Bremer, F.A.Z.

Quelle: Frankfurter Allgemeine

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